
Die in weiß getauchte Landschaft, lassen uns heute einen Blick auf den Wintersport werfen. Dort hatte es auch ein Ausnahmesportler zu internationalem Erfolg gebracht. – Geboren wurde er in Boblin, vor den Toren Stettins: Meinhard Nehmer. Das das „Nordlicht“ allerdings in einem Bob zum heißen Ritt im Eiskanal aufbrach, um am Ende sogar Weltmeister und Olympiasieger im Zweier- und Viererbob zu werden, daran war zunächst nicht zu denken.
Natürlich hatte er schon seit seiner Kindheit Sport getrieben, vor allem Leichtatlethik und im Winter natürlich auch Wintersport. Aber: Zunächst als Hobby und später auch beim Armeesportklub in Potsdam hatte er sich den Wurfdisziplinen verschrieben. Doch als es durch einen Unfall beim Speerwerfen eben nicht mehr weiter ging, wurde damals in Oberhof gerade die Sektion Bobsport gegründet. Und sein Trainer meinte: „Mensch, Du bist doch so ein Draufgänger. Versuch es doch mal!“ – Und er? „Na gut, ich kann da ja mal hinfahren…“
Probeweise für ein Jahr, dann erst mal bis 1976… Nehmer hatte da mit Bernhard Germeshausen schon den DDR-Meistertitel im Zweierbob geholt. Und auch die Testwettkämpfe im internationalen Vergleich waren gut gelaufen, so dass man sich für die Olympiade in Innsbruck 1976 ein gutes Abschneiden ausrechnete: Am Ende steuerte der pommersche Bobpilot Nehmer gemeinsam mit Germeshausen nicht nur Gold im Zweierbob an, sondern im Team mit Germeshausen, Babock und Lehmann Gold auch im Viererbob…
Weit wichtiger war dem Piloten, der im Wettkampf nie gestürzt war, aber das Jahr 1977. Bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz holten er mit seinen Sportkameraden ebenfalls den Sieg, sie waren mit Abstand die Schnellsten – was ihnen so wohl zuvor kaum einer zugetraut hatte. Nehmer blieb übrigens bis er Ende 30 war, im Bobsport aktiv und krönte seinen Abschluss dann noch einmal mit einer Goldmedaille im Viererbob bei den Olympischen Spielen in Lake Placid.
Zunächst brachte er seine Erfahrungen noch beim Testen von Geräten und Kufen ein und absolvierte ein Ingenieurstudium in Nordhausen und Altenburg. In den 90ern startete er dann seine erfolgreiche Trainerlaufbahn. Erst für die Vereinigten Staaten und dann für Italien. Seine Schützlinge gewannen Weltcups, Olympiaden, Europa- und Weltmeisterschaften.
Zu seinem 84. Geburtstag am 13. Januar wünschen wir alles Gute!






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