Zeiss-Großplanetarium Berlin (Foto: Stiftung Berlin Planetarium / Natalie Toczek )

Das Landesamt für Denkmalschutz hat im Januar 2025 Zeiss-Großplanetarium Berlin Prenzlauer Berg unter Denkmalschutz gestellt. Der anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläum errichtete Bau, der zwischen 1985 und 1987 realisierte und am 9. Oktober 1987 eingeweihte Repräsentationsbau der DDR, gilt mit seiner 23-Meter-Kuppel und seinen 307 Sitzplätzen bis heute als größtes Planetarium Deutschlands sowie als einer der Müther-Bauten.

Innenkuppel des Zeiss-Großplanetariums (Foto: Stiftung Planetarium Berlin / Steffen Junghanss)

Wie in Kuwait, Tripolis und Helsinki hatte auch hier der Binzer Landbaumeister Ulrich Müther (1934-2007) und seine „pommerschen Bauernsöhne“ eines der bedeutendsten Zeiss-Planetarien, baulich ganz in der Tradition Franz Dischinger stehend mit einem Stabnetzwerk und im Spritzbetonverfahren realisiert. Der bis heute im ursprünglichen Zweck genutzte Bau verzeichnet seit seiner Eröffnung mehr als 5 Mio. Gäste. Nach den Jahren 2022 und 2023 wurde auch 2024 mit 357.060 Besuchern zum dritten Rekordjahr in Folge.

Dr. Christoph Rauhut, Direktor des Landesdenkmalamts Berlin, erklärte zum Schutz des Berliner Zeiss-Planetariums:

„Die weitreichenden Erfahrungen der Stiftung Planetarium Berlin mit ihren Denkmalen sind ein Glücksfall für die behutsame Sanierung und den Betrieb dieses weit über Berlin hinaus bekannten Wissenschaftstheaters. Die Kuppel des Zeiss-Großplanetariums ist ein technisches Meisterwerk des Ingenieurs Ulrich Müther, der als Zentrum des Hauses den Innenraum ebenso prägt wie den Baukörper und den Park rund um das Planetarium.“

Kuppelbau 1985 mit dem Stabnetzwerk des Großplanetariums (Foto: Stiftung Planetarium Berlin)

Denkmale werden nach vier zentralen Katgorien bewertet: ihre historische Bedeutung, ihre künstlerische Gestaltung, ihr wissenschaftlicher und ihre städtebauliche Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um die ästhetische Qualität, sondern vor allem um den dokumentarischen Wert und das Erhaltungsinteresse der Allgemeinheit.

Um so wichtiger ist allerdings auch die Verankerung eines Denkmals im Alltag und im Bewusstsein der Menschen. Das meistbesuchte Planetarium unter Denkmalschutz macht dem Vorstand der Stiftung Planetarium Berlin, Tim Florian Horn, auch aus einem anderen Grund Freude:

„Hier kann man der Geschichte und der Zukunft der Astronomie hautnah begegnen. Das wir mit kosmischen Themen wieder eine Rekordzahl an Menschen erreichen konnten, erfreut uns um so mehr.“


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