
Vor 50 Jahren gab es zum ersten Mal eine Ausstellung, die Schönheit von Natur mit menschlicher Anmut verband. Initiiert wurde sie 1975 in Potsdam von dem Fotografen Klaus Ender (* 02.04.1939 † 18.03.2021), der sein ganzes Leben lang eine enge Verbindung zur pommerschen Region und zur Insel Rügen hatte.
Die einst als Wanderausstellung konzipierte Werkschau hatte schon damals weit über 100.000 Besucher angezogen. Mit einer monatlichen Rückschau auf das Schaffen Klaus Enders soll an dieser Stelle an sein Wirken und seine Dokumentation von Natur & Anmut erinnert werden.
Seine Modelle fand Klaus Ender in den 1960er bis 1990er Jahren am Strand, auf der Straße und wo immer einem schöne Frauen begegnen. Ästhetik war für ihn unverzichtbar. Er mied affektierte Posen und schloss jede Bloßstellung des Modells aus. Die Aktfotografie war für ihn die „Königsklasse“ unter den fotografischen Genres. Seine Aktbilder sind eine Hommage an die Schönheit der Frau – fern jeder pornografischen Betrachtung. Erotik stand bei ihm nicht im Vordergrund. Für ihn zählte die natürliche Sinnlichkeit.
Der Einzelkämpfer hatte entscheidenden Anteil an der Etablierung der Aktfotografie in der DDR und prägte deren Stil bis zu seiner Übersiedelung nach Österreich 1981 erheblich mit. Obwohl für seine Arbeit die FKK-Strände beste Voraussetzungen boten, wollte der Freigeist „unter südlicher Sonne“ fotografieren, die Nationalparks der USA besuchen, die Exotik Hawaiis und die erhabene Eiswelt der Antarktis erleben.
An die FKK-Strände der damaligen DDR zog es ihn dennoch immer wieder. So auch 1982, als das Foto „Akt auf den Buhnen“ entstand, für das die Ostsee bei Ahrenshoop die Kulisse bot. Es war 2012 auf einer eigenen Exposition in Palanga in Litauen zu sehen.
In seiner FKK-Trilogie mit jeweils 25 Annekdoten lässt er sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Die Sichten auf Klaus Enders Arbeit erschienen zunächst als Frei Körper Kolumnen in der „Ostsee-Zeitung“ und später auf Grund der großen Resonanz auch auf dem Buch.Markt – mehr Informationen finden sich auf der Seite von Klaus Ender.
Nachtrag:
Im Jahre 2022 entstand übrigens ein Film mit dem Titel „Klaus Ender – Wenn Bilder eine Seele haben…“ Auslöser für die Dreharbeiten war ein beiläufiges Gespräch über den Film „Ein Mann, der Bilder fühlt“. Dieser dokumentierte einst die Arbeit von Klaus Ender in der DDR. Doch: Jegliche Suche nach dem Filmstreifen aus dem Jahre 1976 verlief im Sande. Denn: Nach Enders Ausreise nach Österreich wurde der Film vernichtet. So begannen die Dreharbeiten zu einem zweiten Ender-Film im Jahre 2019…







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