Die Geschichte der Freimaurerei ist auch eine der Arbeit (Foto: Kelly 2)

Die Wurzeln der Freimaurerei in Stettin gehen bis in das Jahr 1760 zurück. Obgleich die Hafenstadt zu jener Zeit bereits Handel auf der Nord- und Ostsee betrieb und man annehmen könnte, das auf diese Weise sich einzelne Bürger dem Bund zugewandt hätten, wurde dem entgegen die erste Stettiner Loge von kriegsgefangenen Offizieren als Militärloge – Militairloge l´Union – errichtet.

Aus alten Überlieferungen sind uns auch einige Namen der Gründer bekannt: So war der Meister vom Stuhl der K. K. Artillerie-Ober-Lieutenant Mazard, zudem gehörten auch die Offiziere Bavet, Schickard, Mackard und von Sack nebst dem dienenden Bruder Trendel dem Bund an. Allerdings arbeuteten sie nach dem französischen System , dass mir den vielen Graden kostenintensiv war.

Um diese zu decken, wurden schon bald junge Kaufleute – wie Stoltenburg, Heuer, Oldenburg, Schwitzky, Fleck, Mölling oder Guibert aufgenommen. Die Arbeiten selbst verrichtete man in einem Hause auf der Lastadie, eine östlich von Stettin gelegene Insel im Oderstrom. Doch kam es schon bald kam es jedoch durch mehrere Austritte wieder zur Auflösung der Loge.

Allerdings kamen ehemalige Mitglieder – Schwitzky, Fleck, Mölling, du Guibert und Stoltenburg – bald im Garten des Senators Roth (Lastadie) zusammen, um eine neu Loge „la patfaite union, zur vollkommenen Einigkeit“, die Ämter unter sich verteilend, zu begründen. Die Mitglieder der alten Loge wurden, mit Ausnahme des aushelfenden Mackard, vom Besuch ausgeschlossen und ins schwarze Buch eingetragen.

Es ist anzunehmen, dass man von dem alten Bund die „Verpflichtung eines Freimaurers“ sowie die „Gesetze für die BBr. und Ritter des Ordens St. Johannis von Jerusalem“ übernahm. Die Orte der Arbeit unterlagen jedoch nun bei den abgehaltenen Logen einige Wechsel, bei der Aufnahme Suchender und Besuchender handelte man mit großer Vorsicht und die Kostendeckung war nur durch Vorschuss möglich.

Am 17. Januar 1762 war der 1ste Vorsteher der Berliner Loge zu den drei Weltkugeln, Bruder Starkgraff, Besuchender der Stettiner. So kam es zum am 2. März 1762 ausgestellten Konstitutions-Patent der Loge zur vollkommenden Einigkeit und kurz darauf – am 4, April 1762 – zur feierlichen Installation der Loge durch Überreichung des Patentes und der Bestellung von Bruder Schwitzky zum Meister vom Stuhl.

Allerdings kam es auch hier kurze Zeit später zur Auflösung – im Dezember 1764. Dem voraus ging ein stärkerer Einfluss der Mutterloge, der Verkehr mit den Schwesterlogen – u. a. in Stralsund, Greifswald, Hamburg, Danzig, Königsberg und Dresden – sowie die Ordnung der finanziellen Mittel, die nun auch größere Spielräume ließen, um die Armenpflege zu verstärken und in die Öffentlichkeit zu treten.

Doch es gab durch die nun eintretenden Verbindungen zu Schwesterlogen auch Probleme: In Danzig kam es 1763 nach Angriffen der Geistlichkeit beim Magistrat zu einem Edict gegen die Freimaurerei. Dies führte zu Zerwürfnissen zwischen Brüdern und Logen sowie in dessen Folge zur Aufhebung der alten „Loge zur vollkommenen Einigkeit“ – am 14. Dezember 1764.

Im gleichen Zuge wurde die neue und gerechte Loge der „stricten Observanz“ unter dem Namen „zu den drei Zirkeln“ durch Anzünden des Lichtes und Übergabe des Zertifikates der Loge an den zum zuständigen Meister dieser ernannten Bruder Thede gegründet. Im guten Glauben nun auf dem rechten Weg der Freimaurerei gelangt zu sein, gingen die Brüder der Loge zu den drei Zirkeln nun ans Werk.

Dank alter Überlieferungen lässt sich die Geschichte der Stettiner Freimaurerei nachvollziehen

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