Der Dampfeisbrecher „Stettin“. Einst das Flaggschiff der Stettiner Eisbrecherflotte (Foto: Wasi 1370)

Zu den herausragenden Schiffen, die in den Stettiner Oderwerken gebaut wurden, zählen zweifellos die „Wal“ und die „Stettin“. Während der eine Eisbrecher heute in Bremerhaven beheimatet ist, nennt die „Stettin“ heute Hamburg seinen Heimathafen – genauer: Den Museumshafen Oevergönne an der Nordelbe.

Fertiggestellt am 16. November 1933 mit Baukosten in Höhe von 574.000 Reichmark (RM) wurde sie zum Flaggschiff der Stettiner Eisbrecherflotte und wurde eingesetzt, um die Fahrrinne zwischen Stettin und Swinemünde bei strengen Eiswintern freizuhalten. Die Besonderheit: Statt einem Dieselmotor hatte es eine Dampfmaschine.

Dies mag zunächst Erstaunen hervorrufen, hatte aber ganz klare Vorteile: So wurde ein schnelles Umschalten von der Vorwärts- auf die Rückwärtsfahrt in nur 3 Sekunden möglich. Diese Fähigkeit zahlte sich im Eis aus. Das konnte durch seine besondere Rumpfform und eine Maschinenleistung von 2.200 PSi bis ½ Meter gebrochen werden.

„Berni“ auf der Brücke des Dampf-Eisbrechers „Stettin“ (Foto: fsHH)

Die „Stettin“ war übrigens Teil der Dampfschiffahrtsgesellschaft J. F. Braeunlich und noch bis in die letzten Kriegstage des Jahres 1945 an der Evakuierung von Flüchtlingen über die Ostsee beteiligt. Dann nahm sie ihren aktiven Dienst auf der Elbe für das Hamburger Wasser- und Schifffahrtsamt auf. 1981 sollte sie schließlich verschrottet werden.

Doch dazu kam es nicht! Ein Förderverein hatte sich gebildet konnte dank 1.000er Arbeitstunden und großzügigen Sponsoren den Dampf-Eisbrecher erhalten und ihm einen Status als Kulturdenkmal sichern. Als solches liegt es aber nicht nur im Museumshafen „an der Leine“ sondern macht auch Törns mit Gästen.

Nun hat der Dampf-Eisbrecher STETTIN e. V. auch den Fahrplan für das kommende Jahr veröffentlicht: Der Eisbrecher „Stettin“ wird natürlich bei bekannten Großveranstaltungen, wie der Kieler Woche, der Hanse Sail oder dem Hamburger Hafengeburtstag, wieder „den Anker lichten“ und sich von seiner feinsten Seite präsentieren.

Daneben sind aber auch wieder Törns nach Kiel, Flensburg, Rendsburg, Cuxhaven, Büsum und Wismar geplant. Leider wird es aber auch in diesem Jahr kein Wiedersehen in den heimatlichen pommerschen Gewässern geben…

Die Dampfmaschine macht es möglich; Vom Vorwärts- in den Rückwärtsgang in 3 sek (Foto: fsHH)


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