
Das Jahr 2024 stand diesseits der Oder ganz im Zeichen des pommerschen Malers Caspar David Friedrich. Ausgehend von seiner Geburtsstadt Greifswald über die Insel Rügen – als auf der Leinwand gebanntes Sehnsuchtsziel – bis hin in die Landeshauptstadt Stettin erinnerte man sich an den wohl populärsten Künstler, der der Romantik erst ihre Farbe gab. Viel wurde über ihn gesagt, geschrieben und berichtet. Vielleicht zu selten kam er auch selbst zu Wort. – Bis jetzt!
Gedanken – von Caspar David Friedrich

„Die Kunst tritt als Mittlerin zwischen die Natur und den Menschen. Das Urbild ist der Menge zu groß, zu erhaben, um es erfassen zu können. Das Abbild als Menschenwerk liegt näher den Schwachen, so erklärt sich auch wohl die öfter gehörte Äußerung, dass das Abbild mehr gefalle als die Natur (die Wirklichkeit). Oder auch die Redensart: es ist so schön, als wenn es gemalt wäre; statt von einem Gemälde zu sagen, es sei so schön, als wenn es Natur wäre.
Vielen wurde wenig, wenigen viel zuteil: Jedem offenbart sich der Geist der Natur anders; darum darf auch keiner dem anderen seine Lehren und Regeln als untrügliches Gesetz aufbürden. Keiner ist Maßstab für alle; jeder nur Maßstab für sich und für die mehr oder weniger ihm verwandten Gemüter.
Der Mensch richtet seinen Mitmenschen nach dem, was er getan und wie er gehandelt, und kann auch wohl nicht anders. Aber das höchste Wesen richtet nach dem, was der Mensch unterlassen und wie er sich selbst bekämpft: nur der so das Innere durchschauet und ins verborgene siehet, richtet recht.“
Weitere Informationen: Caspar David Friedrich Gesellschaft






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